Budapestkriterien
Definition
Dirk-Stefan Lecomte
Letztes Update: vor einem Jahr
Die Budapest-Kriterien werden zur Diagnosestellung eines Complex Regional Pain Syndrome (CRPS, Morbus Sudeck) herangezogen.
Bei den Budapest-Kriterien handelt es sich um eine Modifikation der zuvor verwendeten Kriterien, die durch die International Association for the Study of Pain (IASP) im Jahr 1994 festgelegt wurden. Harden und seine Kollegen führten im Jahr 2010 die Budapest-Kriterien ein, die bei gleichbleibender Sensitivität eine deutlich höhere Spezifität als die IASP-Kriterien aufweisen.
Die Budapest-Kriterien sind in vier Punkte eingeteilt, die alle für die Diagnose eines CRPS erfüllt sein müssen:
- Anhaltender Schmerz, der durch das Anfangstrauma nicht erklärbar ist
- Anamnestisch berichtet der Patient aus 3 oder mehr der folgenden Kategorien mindestens ein Symptom:
- Sensorisch: Hyperalgesie und/oder Allodynie
- Vasomotorisch: Asymmetrie der Hauttemperatur, Veränderung der Hautfarbe und/oder Asymmetrie der Hautfarbe
- Sudomotorisch/Ödeme: Ödeme, Veränderung beim Schwitzen und/oder Asymmetrie beim Schwitzen
- Motorisch/trophisch: eingeschränkte Beweglichkeit, motorische Dysfunktionen (z.B. Muskelschwäche, Tremor, Dystonie), und/oder trophische Veränderungen (z.B. Haar- und Nagelwachstum)
Referenzen:
Harden et al. Validation of proposed diagnostic criteria (the “Budapest Criteria”) for Complex Regional Pain Syndrome 2010
