Medikamentöse Behandlung
Artikel von crpsadmin (2014)
Dirk-Stefan Lecomte
Letztes Update: vor einem Jahr
Medikamentöse Behandlung
Typisch für eine CRPS-Erkrankung ist ein über Wochen und Monate bestehender Dauerschmerz, weshalb zur Therapie einer wirksamen Schmerzbekämpfung, auch eine medikamentöse Behandlung gehört.
Diese Therapie ist deshalb wichtig, weil die Dauerschmerzen die Seele (Psyche) belasten, dies birgt das Risiko, dass der Schmerz langwierig (chronisch) verläuft.
Die medikamentöse CRPS-Behandlung hat den Zweck, den Schmerz-Kreislauf zu unterbrechen.
Welche Schmerzmittel hierzu am besten geeignet sind, hängt von der Art des Schmerzes ab:
- Gegen Dauerschmerz in Zusammenhang mit Entzündungen helfen nicht-steroidale Antirheumatika.
- Bei Dauerschmerz ohne Entzündung sind synthetische Morphinderivate wie Tramadol zu empfehlen.
- Gegen Dauerschmerz und Schlafstörungen kommen Antidepressiva zum Einsatz.
- Sehr starke Schmerzen, die auf andere Mittel nicht ansprechen, lassen sich durch Opioide behandeln.
- Bei Schmerzen, die durch eine Störung des Sympathikus (= ein Teil des nicht vom Willen beeinflussbaren Nervensystems) bedingt sind, helfen Clonidin-Pflaster, die eine Hemmung des sympathischen Nervensystems bewirken.
- Gegen Muskelkrämpfe sollte Clonazepam (krampflösendes Mittel) oder Baclofen (muskelentspannendes Mittel) eingesetzt werden.
Jeder CRPS-Patient hat schon die eine oder andere Behandlungs-Odyssee mit diversen Medikamenten hinter sich. Daher kann es hier nur ein Auszug der angewandten Medikamente sein und sollte immer weiter ergänzt werden.
Amitriptylin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, der in erster Linie zur Behandlung von Depressionen und zur langfristigen Schmerzbehandlung eingesetzt wird. Er ist bekannt als Verursacher von Gewichtszunahmen.
Clonidin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Imidazoline. Es wird als Arzneistoff zur Behandlung der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck), unterst¸tzend während Narkosen und bei der Dämpfung von Entzugserscheinungen eingesetzt. Clonidin ist ein a2-Adrenozeptor-Agonist. Clonidin kann oral, als Tablette oder Kapsel bzw. intravenös, intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.
Cymbalta (Duloxetin) ist ein chiraler Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) und wird in der Behandlung von Depressionen, generalisierten Angststörungen, diabetischer Polyneuropathie und Harninkontinenz eingesetzt. In den Studien wurden neben den psychischen Beschwerden auch begleitende körperliche Symptome (zum Beispiel Schmerzen) gelindert. Der analgetische Effekt bei Schmerzsymptomen in Verbindung mit Depression ist nach einer neueren Metaanalyse allerdings sehr gering.
Fosavance ist eine Tablette mit den zwei arzneilich wirksamen Bestandteilen Alendronsäure (oft als Alendronat bezeichnet) und Colecalciferol, welches auch unter dem Namen Vitamin D3 bekannt ist. Alendronat gehört zu einer bestimmten Gruppe von nicht hormonellen Arzneimitteln, den Bisphosphonaten. Alendronat verhindert den Verlust an Knochensubstanz.
Ibuprofen ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, der zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Chemisch gehört es in die Gruppe der Arylpropionsäuren.
L-Polamidon (Methadon) ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid mit starker schmerzstillender Wirksamkeit, etwa viermal so stark wir Morphium. Es hat als Heroin-Ersatzstoff im Rahmen von Substitutionsprogrammen seine Wirksamkeit bewiesen. Es wurde als Polamidon als stark wirkendes Schmerzmittel selbst auf den Markt gebracht.
Lyrica (Pregabalin) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antikonvulsiva. Zugelassen ist es in Deutschland seit 2004 zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, der Epilepsie und bei generalisierten Angststörungen.
Morphin (ehemals Morphium) ist ein Haupt-Alkaloid des Opiums und zählt damit zu den Opiaten bzw. Opioiden. Es wird in der Medizin als eines der stärksten bekannten natürlichen Schmerzmittel (Analgetikum) eingesetzt.
Naloxon ist ein Opioid-Antagonist und gehört mit Naltrexon zu den reinen Opioidantagonisten. Damit heben sie die Wirkungen, die durch Opiate und Opioide verursacht werden, teilweise oder ganz auf. Naloxon ist für den Humangebrauch als Arzneistoff zugelassen. Es hat eine Wirkdauer von etwa zwei Stunden und wirkt damit kürzer als die meisten Opiate und Opioide. Um einem Rebound-Effekt vorzubeugen, muss es gegebenenfalls repetitiv bzw. zur intravenösen Gabe zusätzlich intramuskulär verabreicht werden.
Oxycodon ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide, der als Schmerzmittel bei starken Schmerzen angewendet wird. Die Substanz wurde in Deutschland bisher nicht häufig verwendet, was sich aber langsam und stetig ändert. Immer mehr Schmerzpatienten werden von anderen Opioiden und Opiaten wie etwa Morphin auf diese, nach Angaben des Herstellers nebenwirkungsärmere, Substanz umgestellt. Studien, die den Kriterien der evidenz-basierten Medizin entsprechen und die Behauptung hinsichtlich geringerer Nebenwirkungen stützen, gibt es aber nicht.
Tapentadol (Palexia) ist ein Arzneistoff, der in der Behandlung von Schmerzen als (Opioid—)Analgetikum eingesetzt wird. Es besitzt wie alle Opioidanalgetika ein Sucht- und Abhängigkeitspotenzial und unterliegt betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Deutschland empfiehlt, es nur bei Patienten mit schweren nicht tumorbedingten chronischen Schmerzen einzusetzen, bei denen retardiertes Morphin zu keiner ausreichenden Schmerzkontrolle führt oder nicht vertragen wird.
Piritramid ist ein synthetisches Opioid, das als Arzneistoff (Analgetikum) Verwendung findet. Es wird in der postoperativen und palliativen Schmerztherapie für die Behandlung mßiger bis starker Schmerzen eingesetzt. Es ist in Deutschland das meist verwandte Opioid in der postoperativen Phase.
Prednisolon, früher auch Metacortandralon oder Deltahydrocortison genannt, ist ein synthetisches Glucocorticoid. Prednisolon ist ein aktiver Metabolit des Prednison und ausserdem bekannt für eine Gewichtszunahme als Nebenursache. Kortikoide sollten im Rahmen einer Stoßtherapie am Beginn einer CRPS-Erkrankung am besten in klinischen Umfeld gegeben werden.
Tilidin ist ein schmerzstillend wirksamer Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide. Die synthetisch hergestellte Substanz wird für die Behandlung starker und sehr starker Schmerzen eingesetzt. Bisher wurde Tilidin als Tropfen verabreicht, fällt aber neuerdings unter das BTM-Gesetz. Heutzutage werden fast nur noch Retardtabletten verschrieben.
Tramadol ist ein vollsynthetischer Arzneistoff aus der Gruppe der Opioide und wird zur Behandlung mäßig starker bis starker Schmerzen verwendet. Entwickelt wurde die Substanz von der Grünenthal GmbH, die es 1977 als Arzneimittel unter dem Namen Tramal auf den Markt brachte.
Vitamin B und die Vitamine der B-Gruppe gehören zu den lebenswichtigen Vitaminen - ohne sie geht nichts. Sie regulieren zahlreiche Funktionen im Körper und sorgen zusammen dafür, dass alle Stoffwechsel-Prozesse wie am Schnürchen ablaufen. Da sie alle wasserlöslich sind, können sie nur begrenzt gespeichert werden. Es empfehlen sich Präparate mit allen B-Vitaminen unter dem Namen Vitamin-B-Komplex.
Vitamin B1 für Energie und Antrieb
Vitamin B1, auch Thiamin genannt, ist wichtig für einen normalen Energiestoffwechsel und damit für die Versorgung von Nerven, Herz und eine normale psychische Funktion.
Vorkommen: Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Naturreis und Vollkornnudeln, Müsli, Kartoffeln, Hülsenfrüchte
Vitamin B2 - das Allround-Vitamin
Dieses B-Vitamin, auch Riboflavin genannt, ist ein kleiner Tausendsassa und sorgt für einen normalen Energie-Stoffwechsel, das Nerven-System, für normale rote Blutkörperchen, Haut und Schleimhaut und trägt überdies noch dazu bei, unsere Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und Müdigkeit zu verringern. Bei einem aktiven Lebenswandel, nach schwerer Krankheit und Operationen und bei der Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Antidepressiva, wird mehr Vitamin B2 benötigt.
Vorkommen: Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier und Vollkornprodukte
Vitamin B6 - das Stoffwechsel-Vitamin
Vitamin B6 ist wohl das B-Vitamin, das am vielfältigsten wirkt: Es ist wichtig für Energie und Antrieb, für Nerven und Psyche, für normale Abwehrkräfte, hilft gegen Müdigkeit und unterstützt die Denkleistung.
Vorkommen: Hühner- und Schweinefleisch, Fisch, Linsen, grüne Bohnen und Feldsalat, Kartoffeln, Bananen und Vollkornprodukte.
Vitamin B12 - gut fürs Blut und die Nerven
Das Sorgenkind nicht nur bei vegetarischer oder veganer Ernährung, sondern auch dann, wenn Störungen der Magenschleimhaut vorliegen und im Alter. Es ist wichtig für die Bildung roter Blutkörperchen und damit der Energiezufuhr, für das Immunsystem und für die Zellteilung.
Zusammen mit Folsäure und Vitamin B6 reguliert es den Homocystein-Blutspiegel - erhöhte Blutwerte für Homocystein können eine Schädigung der Blutgefäße zur Folge haben.
Vorkommen: Leber, Hering und Seelachs, Camembert, Gorgonzola, Bierhefe
Vitamin C ist lebensnotwendig – das ist unbestritten. Darüber aber, wieviel Vitamin C man täglich zu sich nehmen sollte, wird viel diskutiert. Der Bedarf an Vitamin C soll offiziell bei nur 100 mg liegen. Orthomolekularmediziner sind der Meinung, dass dies bei weitem nicht ausreicht.
Vitamin D ist ein lebenswichtiger Nährstoff, der für die Calcium-Aufnahme und gesunde Knochen erforderlich ist. Ihr Arzt hat Ihnen Fosavance zur Behandlung der Osteoporose, bei der sich die Knochendichte verringert, wodurch die Belastbarkeit der Knochen sinkt.
