Welche Medikamente bei CRPS?

Dirk-Stefan Lecomte

Letztes Update: vor 3 Monaten

 
Es gibt kein Medikament, das CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) heilen kann. Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungsprozesse zu beeinflussen und die Teilnahme an Physiotherapie, Ergotherapie und anderen Behandlungen zu ermöglichen. Welche Medikamente sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, der Schmerzart und den individuellen Begleiterkrankungen ab.

1. Medikamente gegen Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen)
Diese gehören häufig zur Basistherapie.

Wirkstoffgruppe | Beispiele | Nutzen
Gabapentinoide | Gabapentin, Pregabalin | Können brennende Nervenschmerzen und Allodynie lindern.

Antidepressiva | Amitriptylin, Nortriptylin, Duloxetin | Wirken schmerzlindernd unabhängig von einer Depression.

Evidenz: mäßig. Nicht alle Betroffenen profitieren.


2. Bisphosphonate

Beispiele:

  • Alendronat
  • Pamidronat
  • Neridronat
  • Zoledronsäure

Sie hemmen den Knochenabbau und besitzen vermutlich auch entzündungshemmende Eigenschaften.

Besonders geeignet:

  • frühes CRPS
  • nachgewiesene Knochenentkalkung (Osteopenie)

Die Studienlage zeigt teilweise gute Ergebnisse, insgesamt ist die Evidenz jedoch nicht eindeutig.


3. Kortison
Beispiele:
  • Prednisolon

Kann insbesondere in den ersten Wochen bis wenigen Monaten nach Krankheitsbeginn hilfreich sein.

Mögliche Wirkung:
  • Entzündungshemmung
  • Abschwellen
  • Schmerzreduktion

Für langjähriges CRPS wird Kortison in der Regel nicht empfohlen.


4. Schmerzmittel

NSAR

  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Naproxen

Sie helfen eher gegen entzündliche Schmerzen als gegen die typischen Nervenschmerzen bei CRPS.


Paracetamol
Kann leichte Schmerzen lindern, spielt bei CRPS aber meist nur eine untergeordnete Rolle.


5. Opioide

Beispiele:

  • Tilidin
  • Tramadol
  • Morphin
  • Oxycodon
  • Hydromorphon
  • Buprenorphin

Sie können bei starken Schmerzen eingesetzt werden.

Zu beachten:
  • häufig nur begrenzter Nutzen bei neuropathischen Schmerzen
  • Risiko von Nebenwirkungen und Toleranzentwicklung
  • regelmäßige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich


6. Ketamin
Ketamin blockiert NMDA-Rezeptoren und kann zentrale Schmerzmechanismen beeinflussen.

Anwendung:
  • meist intravenöse Infusion
  • nur in spezialisierten Schmerzzentren

Die Studien zeigen bei einigen Betroffenen deutliche, teilweise länger anhaltende Verbesserungen. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen ist die Behandlung spezialisierten Einrichtungen vorbehalten.


7. Lokale Therapien

Je nach Situation können eingesetzt werden:

  • Lidocain-Pflaster
  • Capsaicin-Pflaster (8 %)
  • Lidocain-Gel oder -Creme

Diese können besonders bei ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit (Allodynie) hilfreich sein.


8. Cannabinoide

Beispiele:

  • Dronabinol
  • Cannabisblüten
  • Cannabisextrakte

Die wissenschaftliche Evidenz bei CRPS ist bislang begrenzt. 

Einzelne Betroffene berichten jedoch über Verbesserungen von:

  • Schmerzen
  • Schlaf
  • Muskelverspannungen
  • Lebensqualität

Ein Einsatz kommt meist infrage, wenn Standardtherapien nicht ausreichend helfen.


9. Weitere Medikamente

Je nach Beschwerden können zusätzlich eingesetzt werden:

  • Muskelrelaxanzien bei starken Muskelkrämpfen
  • Schlafmedikamente (kurzfristig)
  • Medikamente gegen Angst oder Depression, wenn entsprechende Begleiterkrankungen vorliegen


Medikamente mit bislang unzureichender Evidenz

Für folgende Behandlungen gibt es derzeit keine ausreichenden Belege für einen routinemäßigen Einsatz:

  • Calcitonin
  • Intravenöse Immunglobuline (IVIG)
  • TNF-α-Hemmer
  • Dauerhafte Kortisontherapie
  • Langfristige hochdosierte Opioidtherapie

Was empfehlen aktuelle Leitlinien?

Internationale Leitlinien betonen, dass Medikamente nur ein Teil der Behandlung sind. Die besten Ergebnisse werden meist durch eine multimodale Therapie erzielt:

  • möglichst frühe Diagnose
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Desensibilisierung
  • Spiegeltherapie bzw. Graded Motor Imagery
  • Schmerzpsychotherapie
  • individuell angepasste medikamentöse Therapie
  • bei schweren Verläufen ggf. interventionelle Verfahren wie Rückenmarkstimulation (SCS) oder Dorsal-Root-Ganglion-Stimulation (DRG)

Fazit

Die derzeit beste Evidenz besteht für:

  • Kortison in der Frühphase,
  • Bisphosphonate bei ausgewählten Patientinnen und Patienten,
  • Medikamente gegen neuropathische Schmerzen (z. B. Gabapentin, Pregabalin oder Amitriptylin),
  • Ketamin-Infusionen in spezialisierten Zentren bei schweren Verläufen.

Welche Kombination sinnvoll ist, sollte individuell durch eine schmerzmedizinisch erfahrene Ärztin oder einen schmerzmedizinisch erfahrenen Arzt festgelegt werden. Da CRPS sehr unterschiedlich verläuft, gibt es keine Medikamentenkombination, die für alle Betroffenen gleichermaßen wirksam ist.

Quelle: ChatGPT

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