Sympathikus
Sympathisches Nervensystem
Dirk-Stefan Lecomte
Letztes Update: vor einem Jahr
von altgriechisch: συμπαθεῖν ("sympathein") - mitleiden
Synonyme: Sympathisches Nervensystem, Pars sympathica, Pars sympathetica
Englisch: sympathetic nervous system, sympathetic nerve
DefinitionDer Sympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen innerviert, die den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzen und den Abbau von Energiereserven zur Folge haben. Diese Wirkung bezeichnet man auch als ergotrop. Dabei verhält sich der Sympathikus überwiegend antagonistisch zur Wirkung des Parasympathikus.
AnatomieDie sympathischen Kerngebiete liegen im Bereich des Nucleus intermediomedialis und Nucleus intermediolateralis des Seitenhorns im Bereich des thorakalen Rückenmarks. Diese Nervenfasern treten aus den Foramina intervertebralia der Segmente Th1 bis L2 aus; sie bilden auf beiden Seiten der Wirbelsäule eine Reihe von Ganglien, die über Fasersysteme miteinander in Verbindung stehen und in ihrer Gesamtheit den Grenzstrang bilden:
Im Brustbereich treten drei sympathische Nervi splanchnici aus dem Grenzstrang aus, die das Zwerchfell durchtreten, nämlich der Nervus splanchnicus major, der minor und der imus. Fasern dieser Nerven formen an den unpaaren Gefäßabgängen der abdominellen Aorta (Truncus coeliacus, Arteria mesenterica superior, Arteria mesenterica inferior) die folgenden Nervenplexus:
- Im Halsbereich befinden sich drei Ganglia cervicalia, deren unteres, das Ganglion cervicale inferius mit dem Thorakalganglion 1 vereint sein kann und dann das Ganglion stellatum bildet.
- Im Brustbereich befinden sich zwölf Ganglien beidseits der Wirbelsäule (paravertebral) im Grenzstrang.
- Der Lumbalbereich weist üblicherweise vier paravertebrale Ganglien auf.
- Im Sakralbereich befindet sich nach Fusion der letzten Fasern des Grenzstranges ein einziges, unpaares Ganglion, das Ganglion impar.
Im Brustbereich treten drei sympathische Nervi splanchnici aus dem Grenzstrang aus, die das Zwerchfell durchtreten, nämlich der Nervus splanchnicus major, der minor und der imus. Fasern dieser Nerven formen an den unpaaren Gefäßabgängen der abdominellen Aorta (Truncus coeliacus, Arteria mesenterica superior, Arteria mesenterica inferior) die folgenden Nervenplexus:
- Plexus coeliacus
- Plexus mesentericus superior
- Plexus mesentericus inferior
PhysiologieTransmitter/Rezeptor-InteraktionDie sympathischen Nerven verwenden Acetylcholin als präganglionären und Noradrenalin (nicht Adrenalin!) als postganglionären Neurotransmitter. Die Wirkung von Noradrenalin wird über sogenannte Adrenozeptoren vermittelt, bei denen man α- und β-Rezeptoren unterscheidet. Noradrenalin hat eine höhere Affinität für α-Rezeptoren.
- Herz
- positiv chronotrop
- positiv dromotrop
- positiv inotrop
- positiv bathmotrop
- positiv lusitrop
- Blutgefäße
- vasokonstriktiv
- tonisierend
- Bronchien
- dilatierend
- verminderte, flüssige Schleimsekretion
- Gastrointestinaltrakt
- verminderte Drüsensekretion
- verminderte Peristaltik
- Harnblase
- Kontraktion des Musculus sphincter urethrae
- Erschlaffung des Musculus detrusor vesicae
- Auge
- Kontraktion des Musculus dilatator pupillae mit folgender Mydriasis
- Schweißdrüsen
- vermehrte Schweißsekretion

Bei einer Sympathektomie kommt es zu einer Störung der Schweißsekretion. Das betroffene Hautgebiet wird spröde und rissig, die Haut trocknet aus und bedarf der Einfettung.
PharmakologieMedikamente, die den Sympathikus verstärken, nennt man Sympathikomimetika. Dabei unterscheidet man direkte Mimetika (Beispiele: Adrenalin) mit Wirkungen an Adrenozeptoren und indirekte Mimetika, die den Abbau von Katecholaminen hemmen.
Referenzen:
Auf dem Themen-Board Sympathikus finden sich weiterführende Informationen zum Thema.
